11. Oberberg Online-Vortragsreihe
Oberberg
Komplexe Symptome, hohe klinische Anforderungen, interdisziplinäre Lösungen
Die 11. Oberberg Online-Vortragsreihe nimmt Krankheitsbilder in den Blick, die Therapeut:innen und Ärzt:innen täglich fordern. Ob impulsives Hochrisikoverhalten in der Psychotherapie, postinfektiöse chronische Fatigue, Migräne, Adipositas oder die psychologischen Aspekte chronischer Erkrankungen wie Diabetes – die Vorträge verbinden medizinische und psychotherapeutische Perspektiven. Im Fokus stehen praxisnahe Strategien, differenzierte Diagnostik und der professionelle Umgang mit Komorbiditäten, etwa bei ADHS.
In sechs aufeinanderfolgenden Veranstaltungen werden verschiedene Facetten dieses anspruchsvollen Themenfelds beleuchtet. Die Vorträge finden im Zeitraum vom 10. März 2026 bis zum 26. Mai 2026, jeweils dienstags von 18:30 bis 20:00 Uhr, online statt.
Die Teilnahme ist kostenlos und wird von der Ärztekammer Berlin mit jeweils 2 CME-Punkten pro Vortrag anerkannt.
10.03.2026
Hochriskante Verhaltensweisen in der Psychotherapie: Herausforderungen und Strategien im Umgang mit impulsiven Patienten
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Referent: Apl. Prof. Dr. rer. nat. Regina Steil
Position: Wissenschaftliche Geschäftsführerin, Verhaltenstherapie-Ambulanz, Institut für Psychologie, Goethe Universität Frankfurt am Main
Inhalt:
24.03.2026
Postinfektiöse Chronische Fatigue: Differenzialdiagnose und Therapie im Spannungsfeld zwischen Psyche und Soma
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Referent: Dr. med. Katharina Grobholz
Position: Chefärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärztin für Neurologie
Inhalt: Postinfektiöse Fatigue-Syndrome sind auch Jahre nach der Corona-Pandemie weiterhin häufig im klinischen Alltag anzutreffen. Die zugrunde liegenden Pathomechanismen sind bislang nicht vollständig geklärt; valide Biomarker sowie kausale Therapieansätze fehlen weiterhin. Im interdisziplinären Behandlungskonzept kommt der Psychosomatik dabei nicht nur in der Diagnostik, sondern auch in der Therapie eine zentrale Bedeutung zu.
14.04.2026
Migräne - Psychologische und medizinische Behandlungsoptionen
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Referent: Dr. Dipl.-Psych. Timo Klan
Position: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz und Leitung des Behandlungsschwerpunkts für chronische Schmerzerkrankungen an der Poliklinischen Institutsambulanz für Psychotherapie der JGU Mainz.
Inhalt: Migräne ist eine der häufigsten primären Kopfschmerzerkrankungen und kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Alltags führen. Trotz evidenzbasierter medikamentöser und nichtmedikamentöser Therapiemöglichkeiten sind viele Betroffene nach wie vor unzureichend versorgt. Der Vortrag stellt aktuelle multifaktorielle Entstehungsmodelle sowie moderne klinisch-psychologische Diagnoseverfahren vor. Anschließend werden verhaltenstherapeutische Interventionsansätze präsentiert, die speziell auf die Besonderheiten der Migräne abzielen und ein hohes Wirksamkeitspotential haben.
Referent: PD Dr. med. Charly Gaul
Position: Facharzt für Neurologie, Spezielle Schmerztherapie, Kopfschmerzzentrum Frankfurt
Inhalt: Im Vortrag wird kurz in das klinische Bild der Migräne und die Epidemiologie eingeführt. Die Diagnose der Migräne wird aufgrund klinischer Kriterien gestellt, Zusatzdiagnostik ist meist nicht erforderlich. Die Behandlung unterscheidet die Akuttherapie der Migränekopfschmerzen und ihrer Begleitsymptome sowie die prophylaktische Therapie. Die Möglichkeiten insbesondere in der Prophylaxe haben sich in den letzten Jahren erheblich verbessert, wobei die Wirkmechanismen aktuell auf CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) fokussieren (Monoklonale Antikörper gegen CGRP oder den CGRP-Rezeptor, orale CGRP-Antagonisten; Gepante). Insgesamt sind die Substanzen durch überwiegend gute Verträglichkeit und Wirksamkeit gekennzeichnet. Die Auswahl der Therapie folgt neben medizinischen Aspekten auch Regularien des GBA.
28.04.2026
Adipositas als psycho-somatische Herausforderung
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Referent: Univ.-Prof. Dr. med. Martin Anton Teufel
Position: Leiter der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der LVR-Universitätsklinik Essen
Vita: Univ.-Prof. Dr. Martin Teufel leitet die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der LVR-Universitätsklinik Essen. Er arbeitet klinisch und wissenschaftlich zu Adipositas. Neben psychischen Grundlagen, entwickelt sein Team Interventionen und zeigt deren Wirksamkeit. Neuere Ansätze nutzen zunehmend digitale Möglichkeiten.
Inhalt: Adipositas führt zu individuellem Leiden – emotional, wie körperlich. Psyche und Verhalten stellen in Entstehung und Aufrechterhaltung von Mehrgewicht eine zentrale Bedingung dar. Depression und Essstörung verstärken die Symptomatik. Gewichtsabnahmeversuche führen oft zu „Jojo-Effekt“ und neuerlicher Frustration. Ab einem bestimmten Gewichtsbereich haben konservative Ansätze mit Bewegung, Ernährung und Verhaltensmodifikation kaum mehr Wirksamkeit und adipositaschirurgische Maßnahmen sind indiziert. „Fettwegspritzen“ (GLP-1 agonistisch wirkende Medikamente) können hilfreich beim Abnehmprozess sein, wenngleich Fragen zur gelingenden Beendigung dieser Therapie noch nicht zureichend beantwortet sind. Inwiefern eine Kombinationsstrategie mit Psychotherapie den langfristigen Gewichtsreduktionserfolg verbessert ist Fragestellung aktueller Forschung.
12.05.2026
Komorbiditäten als komplizierender Faktor bei ADHS Patienten
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Referent: Prof. Dr. med. Alexandra Philipsen
Position: Direktorin des Universitätsklinikums Bonn
Inhalt:
26.05.2026
Psychodiabetologie
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Referent: Dr. phil. Andrea Benecke
Position: Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer
Inhalt:
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